Über die Autorin

Ich bin Jahrgang 1983 und wurde in der DDR-Diktatur geboren. Auch wenn ich noch ein Kind war als die Mauer fiel, hat mich das Leben in den neuen Bundesländern nachhaltig geprägt. Ich bin aufgewachsen im „Sozial-Kommunismus“. Alle Werte und Normen der Diktatur, wurden mir anerzogen. Damit kam ich klar, bis ich in ein tiefes Loch fiel. Ich verlor mich selbst. Ich floh aus meiner alten Heimat und suchte mein Glück in Niedersachsen, wo ich Sozialwissenschaften studierte. Zunächst ging es mir besser. Ich hatte mich aus dem Dunstkreis der Doppelmoral und der Unfreiheit, so nahm ich es damals wahr, befreit. Alles schien wider ins Lot gebracht worden zu sein, bis ich einen lieben Menschen traf, der mich immer und immer wieder frug: „Warum bist du so?“ Da fing ich an mich zu hinterfragen. Eine nun mehr zwölfjährige Achterbahnfahrt der Emotionen begann. Als ich dann 2010 Mutter wurde, nahm der Druck meine Geister zu erkennen und lieben zu lernen nochmal zu. Die Frage danach, was für eine Mutter ich sein will, wo ich mich doch in meiner Kindheit und Jugend so verloren fühlte, beschäftigte mich. Ich fand keine Antwort darauf. Ich beobachtete mich, wie ich wieder und wieder die gleichen Dinge in meinen Beziehungen tat und mich selbst dafür verabscheute. Wie ich Menschen von mir stieß aus Angst vor der Wahrheit und weil ich es nicht gelernt hatte mich selbst zu erkennen und zu lieben. Zu lieben mit allen Eigenschaften die ich habe auch mit den „schlechten“. Ich lebte ein erwachsenes Leben mit klaren Strukturen und viel viel Sicherheit, so glaubte ich damals. Ich schaffte ja auch Alles was ich mir vornahm. Ich beendete mein Studium, machte wichtige Berufserfahrungen und verhielt mich wirklich sehr verantwortungsvoll und erwachsen. Doch jedes mal wenn etwas nicht wie geplant verlief, wurde ich massiv unsicher und verletzte viele mir nahe stehende Menschen, auf der Suche nach meinem Sicherheitskonstrukt, welches ich mir erbaut hatte und was doch so „gut“ funktionierte.
Nach außen schaffte ich es, mir nichts anmerken zu lassen. Ich versteckte meine Unsicherheit, die ich manchmal auch von anderen angenommen hatte, denn das hatte ich gelernt. Ich hatte gelernt mich für die Unsicherheit von anderen verantwortlich, ja sogar schuldig zu fühlen. Ich war zurückhaltend und professionell, aber auch sowas von nicht authentisch.
Ich traf Personen die genau die richtigen Fragen stellten, was allerdings nicht dafür sorgte, dass es mir besser ging, ganz im Gegenteil. Irgendwann kam die Zeit in der ich genau von Montag bis Samstag funktionierte und jeden Sonntag in ein tiefes, schwarzes Loch der hilflosen Verzweiflung fiel.
Der liebe Mensch in meinem Leben teilte mir dann schließlich mit: „Entweder du suchst dir jetzt Hilfe, oder ich kann dir auch nicht mehr helfen!“ Ein harter Satz, nach wie vor!
Doch genau das richtige Statement in diesem Moment. Also suchte ich mir Hilfe.
Ich begann eine Therapie, die ich im September 2017 abschloss. Ich lernte mich in diesem Prozess ganz neu kennen. All jene Eigenschaften, welche ich von  mir abkoppelte, weil ich, oder meine Herkunftsfamilie nicht mit ihnen klar kamen, eroberte ich zurück. Ich lernte mich selbst lieben. Ich lernte mein Ich zu schätzen. Und ich lernte vor Allem meine Blickwinkelbrillen zu erkennen.
Ich bin manchmal immernoch unsicher und schwach. Ich weiß manchmal immernoch nicht wer Ich bin oder wer ich sein will. Ich verletzte immernoch Menschen mit meinem unsicheren Verhalten, aber ich schaffe es auch aus meinen Fehlern zu lernen. Ich schaffe es die Unendlichkeit des kindlichen Geistes, die mir aberzogen wurde, bei meinen Kindern zu würdigen. Ich habe keine Angst mehr vor der Reise, die mich irgendwann zu meinem Selbst führen wird. Ich freue mich, trotz der nie aufhörenden Rückschläge, auf die Zukunft auf alle neuen Erfahrungen und Begegnungen. Ich lerne jeden Tag, weil ich es schaffte meine Wahrnehmung zu öffnen und meine Unendlichkeit mit meiner Vernunft zu verbinden.
Mein Blog beschreibt meinen Blickwinkel auf die Gesellschaft, die Beziehungen und die menschlichen Abgründe und Wahrheiten in der Hoffnung anderen Menschen damit etwas zu geben, was sie auf ihrer Reise zum eigenen Ich begleitet.

In diesem Sinne:

Willkommen und viel Spass beim Lesen!